Weil du selbst der Schlüssel bist!

Wann geht endlich Leben los?

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Aug 28, 2014 Geschichten, Selbstfindung , , 0 Kommentare

Frühe dachte ich, dass mein Leben nach der Schule, sprich nach dem Abitur losgehen würde. Meine Baseline um die langen Schultage durchstehen zu können war:

Nur noch [Anzahl der Tage hier eingesetzt], dann voll rein ins Leben, denn dann fängt endlich MEIN Leben an und alles wir besser.

Und naja… jetzt ist nach dem Abi, eigentlich ist es jetzt schon Jahre nach dem Abi und es will immer noch nicht so richtig losgehen, das Leben.

Ich fühle mich, als warte ich immer noch in den Startlöchern auf etwas, das irgendwie nicht kommen mag. In meinen Ohren hallt der Startschuss nach und das Ticken der Uhr wird jede Sekunde lauter und bedeutungsvoller. Und hin und wieder ertappe ich mich bei der Frage, wie lange ich denn hier noch so verharren muss.

Es ist nämlich unangenehm, um nicht zu sagen schmerzhaft. Und dennoch laufe ich nicht los.

Noch bin ich nicht soweit, denke ich mir. Irgendetwas fehlt mir noch.

Das Leben ist ein Marathon, oder ein Lauf oder was auch immer, jedenfalls etwas, durch das man geht, schreitet oder läuft. Ich aber komme nicht vom Fleck.

Und während die anderen einen Dauersprint einlegen oder irgendwie in Richtung Ziel streben, bin ich noch garnichtmal gestartet.

Mein Bruder oder meine Schwester, die scheinen zum Sprinten geboren zu sein. Die laufen und rennen hechelnd ihrem Ziel entgegen und scheinen es gar nicht erst erwarten zu können endlich dort anzukommen.

Wenn ich so nachdenke, dann ist da dieser eine großer Unterschied zwischen uns, der mir einen Nachteil verschafft, denn im Gegensatz zu mir brennen sie für ihre Sache.

In ihnen brennt das Feuer der Leidenschaft und bei jeder ihrer Tätigkeiten für diese eine Sache haben sie ein seltsames Funkeln in ihren Augen, mit dem es ihnen fast mühelos gelingt andere für sich und ihre Tätigkeit zu begeistern.

Sie leben das, was sie machen.

Sie können sich damit identifizieren, können nicht genug davon bekommen, sind besessen auf die richtige, erfolgversprechende Art und Weise. Und jeder, der es sieht, der merkt es sogleich, wird von ihrem Feuer gepackt und dann brennt er gleich Funken stobend wie sie (wenn evtl. auch nur kurzfristig in ihrer Anwesenheit) – und genau das ist es, was sie antreibt. Das ist es, was ihren langen Run schon zum eigentlichen Ziel macht.

Dieses Feuer in ihnen treibt sie immer weiter ihren Weg entlang. Bis ins Ziel, egal wie hart und beschwerlich der Lauf bis dorthin auch sein mag, er beinhaltet doch schon gewissermaßen das Ziel, ist er doch Erfüllung und Freude bereits auf dem Weg dorthin.

Hingegen brenne ich für nichts, für nichts so wirklich jedenfalls.

Mir fehlt der Antrieb zu starten,

fehlt das Warum loszulaufen,

die Motivation meinen eigenen Weg zu beschreiten.

Denn ich habe noch nicht das gefunden, was mich begeistert. Und falls doch, dann habe ich es wieder verdrängt oder  man hat es mir ausreden können.
Dann hat man mir meine als unrealistisch klassifizierten Träume zerstört.

Und nach und nach habe ich aufgehört zu träumen. Jedenfalls das große Zeug, aus dem ein langer Run hätte werden können, aus dem ein Lebensweg erwachsen wäre, der mich sicherlich durch die verschiedensten Welten hätte führen können.

Ach, wie melancholisch mich diese Vorstellungen stimmen.

Warum habe ich bloß aufgehört zu träumen, warum habe ich mich breitschlagen lassen? Warum habe ich mich anpassen lassen?

Neidisch schaue ich den beiden nach. Wie sie laufen, voll außer Atem und dennoch voll ihrem Leben entgegen,

schaue ihnen nach, wie sie trotz mancher Hürde ihre Geschwindigkeit nicht drosseln,

schaue ihnen nach, wie sie die Welt mit ihren Leidenschaften stürmen.

Und ich?

Ja, ich verharre immer noch in den Startlöchern und warte, obwohl der Schuss doch lange schon abgefeuert wurde, denn es ist wahrlich schon lange losgegangen, sehr sehr lange schon.
Mit meiner Geburt eigentlich.

Und die Uhr die tickt erbarmungslos und immer weiter.
Und obwohl ich das weiß, verharre ich noch immer in jener unangenehmen, schmerzhaften Position und warte auf etwas, das mich antreibt, das mich loslaufen lässt.

Ich warte auf dieses eine Warum, das all meinem Handeln einen Sinn verleiht,

warte auf den Funken, der mein Feuer entfacht.

Und während ich den anderen nachblicke, erlaube ich mir wieder einmal ein wenig zu träumen. Und tief in meinem Herzen hoffe ich darauf, dass es bald auch für mich endlich losgehen wird, denn die Zeit, die tickt und tickt und tickt. Und ihr Ticken wandelt sich in meinem Ohr zu einem Flüstern und was es mir mitteilt, ist motivierend und betrübend zugleich:

Lauf los, lauf los, egal wohin, denn jünger wirst du nicht mehr und du hast nur dieses eine Leben.

 

Stürme die Welt mit deinen Träumen,
dein Weltenstürmer Mad

Weltenstürmer Mad

 
       






Bild: Hartwig HKD

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