Weil du selbst der Schlüssel bist!

Gegenwind für meine Träume

Von

Okt 15, 2014 Geschichten, Selbstfindung , , 12 Kommentare

Komm auf den Boden der Tatsachen zurück,

sagen sie.

Reiß dich zusammen, das wird schon wieder werden,

sagen sie.

Halt mal den Ball flach,

sagen sie.

Aber was ist, wenn es mir auf dem Boden der Tatsachen nicht gefällt? Was, wenn ich mich nicht zusammenreißen möchte? Und was, wenn ich nicht den Ball flach halten kann?

Ja dann sind sich alle einig: Dann habe ich ein Problem.

Denn dann sei ich ein Träumer, sagen sie.
Unrealistisch und eskapistisch. Und im echten Leben zum scheitern verdammt.

Und deshalb äußere ich so manche Sachen Zuhause gar nicht mehr.

Mancher Traum bleibt unausgesprochen, manche Zukunftsvorstellung nur in meinem Kopf.

Und ab und an verblasst auch so manches Ziel vor meinem inneren Auge.

Der ständige Gegenwind macht müde.

Andauernd muss man in Diskussionen seine Ansichten verteidigen und begründen – und das, obwohl sie letztendlich ja doch keiner wirklich verstehen will.

Das ist der Grund, warum ich verschlossen bin, wie sie es nennen. Warum ich oft still bin, wenn andere Unmengen an Gesprächsstoff äußern.

Ich habe gelernt nicht über meine Zukunft zu spreche oder allgemein über meine Interessen. Denn wenn, dann gibt’s bloß Gegenwind.

Und doch wünschte ich mir manchmal etwas Rückenwind für meine Träume.

Wünschte, dass man nicht immer versucht mich runter zu ziehen, auf den Boden der Tatsachen, sondern mich hinauf trägt in den Himmel, in endlose Weiten, dorthin, wo ich mein Luftschloss erbaut habe.

Hoch oben bei den Sternen, wo alles möglich scheint.

Sonne hinter Wolken und irgendwo mein Luftschloss

Da, irgendwo in den Wolken ist es, mein Luftschloss.

 

Du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer es mir fiel, volle sechs Wochen Urlaub zu buchen.
Und der Umstand, dass ich auch noch alleine fahre, das schlug bei meiner Mutter dann endgültig dem Fass den Boden aus.

Ich glaube sogar jetzt noch, nach Wochen ihrer In-Kenntnis-Setzung, unterschwelligen Missmut in so einigen ihrer Sätze zu erkennen.

Urlaub gab es vor 20 Jahren nicht für Chefs,

sagen sie.

So etwas kannten meine Eltern gar nicht, Urlaub – und erst recht nicht auf der anderen Seite der Welt.

Früher mussten die immer präsent sein, mussten am Morgen als erste stramm stehen und am Abend als letzte gehen. Dann und wann mussten sie sogar noch sonntags das erledigen, wofür sie unter der Woche keine Zeit fanden. Das geziemte sich so.

Früher jedenfalls.

Ich breche jetzt damit.

Weil ich jetzt verdammt nochmal von all dem hier Urlaub brauche! Und 6 Wochen, weil ich manches auch aus der Ferne erledigen kann. Eigentlich sogar den Großteil meiner Arbeit. Und obwohl ich das weiß, spreche ich es nicht wirklich offen aus.

Denn hier gibt es kein Verständnis dafür, bloß Gegenwind.

Hier bin ich das Problemkind, das man besorgt aus den Augenwinkeln betrachtet und auf dessen Lebensvorstellungen man mit (als noch freundlichste Variante) einem abwertenden Augenrollen reagiert.

Hier bin ich der Elfenbeinturm- und Luftschlossbauer.

Bin ich das einzig schwarze unter all den weißen Schafen.

Bin der aus der Art geratene, the Misfit und Missunderstood.

Hier bin ich bloß der ewige Träumer, sagen sie.

Aber hier bin ich auch ein Vogel im goldenen Käfig.

Und das, was ich will, ist fliegen.

Also mache ich mich daran meine verstaubten Flügel zu säubern, sodass ich sie ausbreiten kann, um mein Nest zu verlassen. Denn in einigen Tagen geht es los.

Mein lange ersehntes Abenteuer ist da.

Ich fliege,

fliege in das Land der Drachen, Phönixe und Feen.

Ich fliege dorthin, wo ich so viel träumen kann wie ich will – und jedem davon erzählen.

Wo ich mich leicht und frei fühlen kann und hinauf fliegen zu den Sternen und meinem Luftschloss – mit hoffentlich ganz viel Rückenwind von gleichgesinnten Träumern, die wie ich auf der Suche sind.

Ich fliege nach Vietnam, wo Drachen Glück bringen und sich überall im Land verstecken.

Vietnamesischer Drauchen aus Stein

 

Und wer weiß, vielleicht werde ich ja so ein Drachen sein, wenn ich zurückkomme – träumen darf man ja wohl noch.

Und ich, für meinen Teil, kann es nur hoffen, denn wie es so schön heißt, ist es der Gegenwind, und nicht der Rückenwind, der einen Drachen hoch hinauf steigen lässt.

Und Gegenwind, den gibt’s hier schließlich zu Genüge.

 

Weltenstürmer Mad

 

 

 

PS: Ich weiß, das Sprichwort bezieht sich auf das Spielgerät (auch Kite genannt), aber träumen, das darf man ja wohl noch.

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Kommentare

  • Pingback: Alleine durch Vietnam und meine Angst vor diesem Trip ⋆ Travelling the World

  • Neele
    Okt 17, 2014 at 12:47 Antworten

    Ich wünsche dir ganz viel tolle Erlebnisse in deinem Urlaub! Lass dich nicht runterziehen – ich weiß, Gegenwind kann schrecklich kräftezehrend sein, aber mache es genau so, wie in deinem Post geschrieben: Nutze den Gegenwind und lasse den Drachen fliegen ;-))) Träume treiben uns an. Gäbe es sie nicht, wären unsere Leben ziemlich beschränkt. Hoffe, du hältst uns über deine Erlebnisse an dieser Stelle auf dem Laufenden!!!!

    1. Weltenstürmer Mad
      Okt 17, 2014 at 15:47 Antworten

      Hey Neele,

      danke dir! Ja, das einzige, was mich morgens aufstehen lässt sind Träume.
      Ich versuche hier das zu posten, was geht. Aber es sollen eben Geschichten sein und nicht nur Artikel und Reiseberichte und sowas. Erstmals kommt aber der Liebster-Award dran und dafür gebe ich mir besonders viel Mühe. Der ist für nächste Woche Mittwoch geplant (dort lande ich übrigens in Hanoi), alles andere wird sich schon ergeben 😉

      Cheers,
      Mad

  • Ildiko Varga
    Okt 20, 2014 at 0:26 Antworten

    So schön geschrieben, ich freu mich für dich, dass du das durchziehst. Und die Müdigkeit durch Gegenwind kann ich voll und ganz nachvollziehen, ich kenne es auch zu genüge. Ich habe auch keine Lust mehr, mit den Menschen darüber zu reden. Nur dadurch, dass es mich derzeit zu 99% beschäftigt, habe ich quasi nicht mehr viel mit den Menschen zu besprechen. Also genau das gleich wie bei dir, ich wirke verschlossen (wobei das bei mir schon immer so war….), aber ich habe nun einmal keine Lust mich über die Titelseite der Bild, der neuesten hippen Serie oder sonstwas zu unterhalten. Ich betreibe schon seit einer ganzen Weile sehr genau Selektion, mit wem ich mich umgebe. Es hört sich eingebildet an, aber es gibt eben bestimmte Menschen, da macht es einfach keinen Sinn mehr.
    Da geben mir Artikel dieser Art dann wieder Mut, dir wünsche ich erst mal viel Spaß und eine tolle Erfahrung in den 6 Wochen.

    1. Weltenstürmer Mad
      Okt 20, 2014 at 9:37 Antworten

      Hey Ildiko,

      dankeschön, das freut mich, wenn es dir gefällt.
      Es drauert zwar etwas, bis man es schnallt und dann ist man auch schon fast überall angeeckt, aber zumindest wissen wir es jetzt besser. Auch ich bin eigentlich schon immer verschlossen bzw. introvertiert gewesen und vielleicht fällt es uns deshalb auch auf? Keine Ahnung…

      Danke, hilft echt viel, wenn man schönes und positives Feedback bekommt, das ermutigt ebenfalls 😉

      Cheers,
      Mad

  • kiessus
    Jan 4, 2015 at 8:59 Antworten

    Hallo Mad, das ist der erste Betrag, den ich von dir lese und schon hab ich das Bedürfnis dir mitzuteilen, wie schön und treffend ich ihn finde. Ich lerne gerade wieder mit Gegenwind umzugehen, nachdem ich mich lange vor ihm versteckt habe. Humor hilft mir dabei sehr, denn Humor ist für mich der Gegenwind des Gegenwinds.
    Ich wünsch dir eine schöne Zeit

    1. Weltenstürmer Mad
      Jan 5, 2015 at 11:21 Antworten

      Hallo Rebecca,

      danke für dein Kommentar! Freue mich immer riesig auf ein Feedback! Schau dich gerne weiter um 😉
      Das ist schön, dass du manches mit Humor betrachten und weglächeln kannst, hilft meistens auch die Dinge nicht so verbissen und einängend zu sehen. Mir hilft die Vorstellung davon, dass ich ein Drachen bin und durch Gegenwind erst so richtig hoch hinauf komme enorm. Und am Ende wird es wohl so sein, wie du es machst. Wer lachen kann, der hat immer gewonnen.

      Danke fürs Melden und ein erfolgreiches, humorvolles Jahr dir!

      Alles Liebe,
      Mad

  • Frank Albers
    Okt 12, 2015 at 16:09 Antworten

    Lieber Mad,

    viel Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade #Gegenwind. Und Du hast so recht: Der ständige Gegenwind macht müde.

    Man kann aber ausbrechen, sich mit dem Wind treiben lassen. Immer nur in einer Richtung gegen den Wind zu laufen bringt nichts. Manchmal kommt man schneller an, wenn man zuerst in die entgegengesetzte Richtung läuft.

    Liebe Grüße

    Frank

    1. Weltenstürmer Mad
      Okt 13, 2015 at 9:29 Antworten

      Lieber Frank,

      danke fürs Commie und den Ratschlag 😉
      Ausbrechen klingt schön und sich mit dem Wind treiben lassen auch. Ein sehr friedvolles Bild.
      Und vielleicht sind es ja genau die Umwege in ein glückliches Leben, die es erst so wertvoll, sprich lebenswert, machen? Wer weiß das schon…

      Dann lese ich mal fleißig bei den Beiträgen mit, der ein oder andere Tipp bleibt sicher hängen.

      Liebe Grüße,
      Mad

  • Manuela Eder
    Okt 14, 2015 at 12:14 Antworten

    Ein ganz toller Artikel, so berührend und erfrischend. Und ich konnte richtig mit dir mitfühlen, da mir auch sehr oft Gegenwind entgegen blies. Darf ich deinen Beitrag auf meiner Seite verlinken? Alles Liebe und viel Rückenwind wünsche ich dir.

    1. Weltenstürmer Mad
      Okt 14, 2015 at 18:33 Antworten

      Liebe Manuela,

      danke dir 😉 Gerne kannst du darauf verlinken!

      Liebe Grüße,
      Mad

  • Pingback: Gegenwind für deine Leidenschaften | Lebe ohne Grenzen

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